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Terminorientierte Besamung


Neben der duldungsorientierten Besamung ist unter Einbeziehung biotechnischer Hilfsmittel auch die terminorientierte Besamung weit verbreitet. Sie bietet spezialisierten Sauenhaltern die Möglichkeit, Betriebsabläufe zu optimieren, den Fahrplan beim Besamungsmanagement zu straffen und durch konsequente Synchronisation der Sauengruppen Leistungsreserven zu aktivieren.

Auf eine nähere Beschreibung der hormonellen Vorgänge bei den Sauen und der Wirkung biotechnischer Präparate möchte ich verzichten, da diese Bereiche sehr komplex sind und daher den Rahmen hier sprengen würden. Sie finden unter Eingabe entsprechender Suchbegriffe im Internet zahlreiche Dokumentationen, -von der einfachen Umschreibung der in Frage kommenden Produkte bis hin zur "semi-wissenschaftlichen Abhandlung" dieses Themas ist alles dabei.

Mein Ziel ist es, Ihnen mit meinem Beitrag einen kurzen Überblick zur praktischen Umsetzung der terminorientierten Besamung und den daraus resultierenden Vorteilen zu geben.
Bei der terminorientierten Besamung wird nicht aufgrund der festgestellten Duldung bei der Sau besamt, sondern zu einem klar definierten Zeitpunkt. Alle Maßnahmen, die im Vorfeld durchgeführt werden, dienen dem Zweck, alle Sauen innerhalb der Besamungsgruppe zyklusbezogen in der Art zu sychronisieren, daß die Besamungen (KB1 und KB2) möglichst nahe der Ovulation stattfinden.

Gründe für die terminorientierte Besamung

 

  • arbeitswirtschaftliche Vorteile durch Straffung der Belegzeiten (Belegung, TK, Abferkelung, Reinigung usw.)

  • Bildung großer Sauengruppen, die in einem engen Zeitfenster besamt werden können

  • Hygienische Vorteile, -striktes "Rein-Raus Verfahren" und die damit verbundene Reinigung und Desinfektion läßt sich besser durchführen

  • Eventuelle Unsicherheiten bezüglich des Feststellens des optimalen Besamungstermins werden mithilfe der Ovulationssychronisation beseitigt

  • Fruchtbarkeitsleistungen lassen sich stabilisieren

  • Reduzierung der Ausfallrate von Sauen, die bei der duldungsorientierten Besamung aufgrund fehlender Brunstsymptome ausfallen würden und somit bei der Planung der
    Gruppengröße auch nicht mehr ersetzt werden müssen

  • Erleichterung bei der Erzeugung großer Ferkelverkaufspartien

  • mehr Sicherheit bei saisonalen Schwankungen bei der Fruchtbarkeit ("Sommerloch").


Ablaufschema bei Jungsauen

Gerade für Jungsauen, die in ein bestehendes Wochensystem zu integrieren sind, hat der Sauenhalter mit der Anwendung von Regumate eine äußerst komfortable Option zur synchronen Eingliederung in die Großgruppe.

Jungsauen mit der entsprechenden Zuchttauglichkeit (Gewicht, Alter, Kondition, gesundheitliche Integration) erhalten 18 Tage lang eine Dosis von 4 ml Regumate. Dabei ist sicherzustellen, dass die Tiere die ihnen zugedachte Menge auch sicher aufnehmen, dieses ist in der Regel nur über Einzelfreßplätze möglich. Um Fehler zu vermeiden, geben Sie die entsprechende Menge jeweils zur gleichen Tageszeit (z.B. morgendliche Fütterung) mittels einer Spritze in den Futtertrog hinzu.

24 bis 48 Stunden nach der letzten Regumate-Dosis erfolgt zum Anschieben der Brunst die PMSG-Gabe (z.B. Prolosan, Intergonan, Pregmagon) zu 750-800 IE /Tier, wobei die aktuelle Empfehlung tendenziell eher in Richtung 45-48 Std. Abstand geht.

74 - 80 Std. später wird zur Stimulierung der Ovulation noch einmal Gonavet (1ml Depherelin Gonavet Veyx®) verabreicht.

Die Besamung KB1 erfolgt dann rund 24 Std später, KB2 im Anschluß rund 14 bis 16 Std danach.

Die Zeiten sind in jedem Falle penibel einzuhalten, damit die Besamungen möglichst ovulationsnah erfolgen.

Ablaufschema bei Sauen nach dem Absetzen

Säugende Sauen beginnen aufgrund des gleichzeitigen Absetzens und des "nicht mehr säugens" nach rund 3 bis 8 Tagen zu rauschen. Die Ursachen für Unsicherheitsfaktoren sind oft in der unterschiedlichen Konstitution der Sauen (wie stark abgesäugt ?), der Wurffolge (primipare Sauen -also nach dem 1.Wurf, fallen oftmals durch geringeres Duldungsverhalten und verzögertem Brunsteintritt auf) und saisonale Einflüsse ("Sommerloch") zu finden.

Auch hier sind über biotechnische Verfahren zur Ovulationssychronisation in Verbindung mit einer terminorientierten Besamung wesentlich verbesserte Ergebnisse erzielbar.

Ablauf:

24 Stunden nach dem Absetzen der Ferkel erfolgt eine brunststimulierende PMSG-Gabe, -Empfehlung: 1000 IE bei primiparen Sauen, bei denen mit höherer Wurfzahl reichen 800 IE.
Ovulationsstimulierung mittels Gonavet erfolgt 72 Stunden später, KB 1 rund 24 Stunden nach der Ovulationsstimulierung. KB 2 dann nach 14 - 16 Stunden.
Auch hier gilt es, die Parameter für einen Erfolg der Maßnahmen konsequent einzuhalten.

Zusammenfassung:

Durch den wissenschaftlich begründeten Einsatz der hierfür erprobten Biotechnika werden die im Tier ablaufenden physiologischen und hormonellen Vorgänge unterstützt.
Unter Einhaltung einer konsequente Umsetzung der Brunstsynchronisation und der terminorientierten Besamung ist es möglich, ohne aufwendige, tägliche Kontrolle des Duldungsbeginns stabile und hohe Fruchtbarkeitsergebnisse zu erzielen, - weiterhin können Produktionsprozesse rationaler und effektiver gestaltet werden.

Die Entscheidung, ob ein duldungs- oder terminorientiertes Besamungsregime zum Einsatz kommt, obliegt dem jeweiligen Betriebsleiter und sollte der individuellen betrieblichen Situation angepasst werden.

Fritz Rupenkamp, Bohmte

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