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Grundsätzliche Informationen über Sinn und Zweck von Schweinebesamungs-stationen

 

Einleitung

Warum Schweinebesamung ?
Entwicklung
Situation
Anforderungen

Nutzen

Umwelt und Gesellschaft

 



Warum Schweinebesamung ?

Die Entwicklung

In der Bundesrepublik gibt es derzeit rund 30 Besamungsstationen für Schweine, zu den größten ihrer Art gehört die Schweinebesamungsstation Weser-Ems e.V., die wie der Name schon vermuten läßt, als Verein organisiert ist.
Vor rund 40 Jahren von einigen Zuchtorganisationen und Züchtern aus der Region Oldenburg gegründet, war der ursprüngliche Zweck der, Schweinezuchtbetrieben, für die sich das Halten eines eigenen Ebers zur Ferkelerzeugung nicht lohnte, eine praktikable Alternative anzubieten. Aber auch die Bereitstellung von Ebern zur Weiterzucht und von speziellen Rassen (Genreserven) gehörten zu der Zeit zum Aufgabenprofil. In den ersten Jahren standen nur ca. 20 bis 30 Tiere an unserer Station.

Die ersten Jahre waren schwierig, denn zum einen war die Skepsis bei den damaligen Landwirten groß, ob die künstliche Besamung beim Schwein überhaupt funktioniert. Damit verbunden gab es auch strukturelle Probleme, da der Besamungstechniker, der damals noch bei jeder Sau auf den Höfen selber die Besamung durchführen mußte, oftmals weite Regionen mit geringer Kundendichte versorgen mußte.

Erst ab Ende der 70er Jahre konnte sich die künstliche Besamung beim Schwein flächendeckend durchsetzen, in den letzten 25 Jahren mußten die Eberbestände an den Stationen kontinuierlich aufgestockt und dem Bedarf angepaßt werden. Immer mehr Sauenhalter absolvierten einen Lehrgang zur Eigenbestandsbesamung und besamen ihre Sauen selber.

Heute stehen bei der Schweinebesamung Weser-Ems e.V. rund 850 Eber an drei Standorten. Neben der Erzeugung und dem Vertrieb von hochwertigem Sperma leistungsstarker Zuchttiere bieten wir weitere Dienstleistungen wie z.B. die Trächtigkeitsdiagnostik bei den Sauen unserer Kundenbetriebe mittels Ultraschall an. Im Jahre 2006 wurde die awe-Agrarshop Weser-Ems GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Schweinebesamungstation Weser-Ems e.V. gegründet. Der Vertrieb von Zubehörartikeln nicht nur für Sauenhalter aus dem Agrarshop runden somit das Angebotsprofil ab.

Was machen die Schweinebesamungsstationen ?

Situation

Die Landwirtschaft und damit verbunden die Tierhaltung (Veredelung) unterliegt einem rasanten Strukturwandel. Denn auch hier gilt: "wachsen oder weichen". Überleben können nur diejenigen Schweinehalter, deren Haltungstechnik so ausgegoren ist, das ihre Tiere Höchstleistungen bringen. Der deutsche Landwirt steht im direkten Wettbewerb mit seinen Kollegen in Dänemark, den Niederlanden oder Spanien. Durch die Globalisierung gelten Weltmarktbedingungen. In der Schweinhaltung leiden die Landwirte und hier speziell die Sauenhalter seit Mai 2007 unter extrem ungünstigen Marktbedingungen,
d.h. niedrige Verkaufserlöse und hohe Produktionskosten wie z.B. Futter, Energie....

Rentable Ferkelerzeugung ist derzeit nicht möglich und wann dieses wieder der Fall sein wird, ist nicht absehbar.

Hinzu kommen scharfe Auflagen und Anforderungen aus den Bereichen Umweltschutz, Tierschutz, Tierarzneimittellrecht, die z.Teil über das von der EU geforderte Maß hinaus gehen und so für erhebliche Wettbewerbsnachteile der deutschen Landwirte sorgen.

In der Bevölkerung ist immer noch die Meinung weit verbreitet, dass die Bauern überwiegend von Subventionen leben.
Tatsächlich ist es so, das der Schweinemarkt sich ausschließlich über Angebot und Nachfrage regelt, und gerade Sauenhalter als letztes Glied in der Erzeugungskette auch brutalsten Markteinbrüchen schutzlos gegenüber stehen. In der Konsequenz überstehen nur jene Betriebe schlechte Marktphasen, die es einerseits schaffen, sich ihre Liquidität z.B. über Kredite zu bewahren und andererseits durch Wachstumsschritte und Effizienzsteigerungen Kosten zu senken. Der Markt, in diesem Fall die
Schweinemäster, Schlachtereien und die Lebensmittelketten fordern immer größere und einheitlichere Tierkontrakte mit hohem Qualitäts- und Gesundheitsstatus. Ferkelverkaufspartien unter 100 Stück lassen sich
praktisch nicht mehr vermarkten.


Wenn man sich diese Rahmenbedingungen, in dessen Spirale sich die Schweinehaltung befindet, vor Augen führt, kann man vielleicht auch als Verbraucher nachvollziehen, warum der Strukturwandel so schnell voranschreitet und subjektiv das Empfinden zunimmt, das die moderne Landwirtschaft zunehmend von "Massentierhaltung" geprägt ist, wenngleich sich in Deutschland die Bestandsgrößen in der Tierhaltung im Vergleich zu anderen Staaten noch moderat im unteren Mittelfeld bewegen.
Die Wachstumsschwelle (die Bestandsgröße, bei dessen Unterschreitung Betriebe tendenziell aus der Erzeugung aussteigen und darüber weiter aufstocken) bei den Sauenbeständen liegt derzeit bei etwa 200 bis 250 Sauen.

lesen Sie in diesem Zusammenhang weiter: Anforderungen an die Besamungsstationen



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