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Anforderungskatalog Deckzentrum

An ein gut funktionierendes Deckzentrum sind heute hohe Anforderungen zu stellen; - es muß den Ansprüchen einer artgerechten Tierhaltung (Standlänge, -breite, Auslaufmöglichkeit Stichwort Tierhaltungsverordnung, Licht, odenbeschaffenheit...)genügen, -arbeitswirtschaftlichen Aspekten Rechnung tragen (z.B. Fütterung, Bedienung der Besamungsstände, Treibewege) und eine maximale Stimulierung der Sauen ermöglichen.

Das Deckzemtrum sollte so groß ausgelegt sein, dass die Sauen mindestens bis zur ersten Trächtigkeitskontrolle, besser noch bis zu 6 Wochen nach der Besamung dort verbleiben, ehe in den Wartestall umgetrieben wird.
Was bislang bei Stallplanungen kaum Berücksichtigung fand jedoch in Zukunft vielleicht auch stärker hinterfragt werden muß; - Die meisten Stalleinheiten werden mittlerweile im "Rein-Raus-Verfahren" betrieben mit anschießender Reinigung und Desinfektion.
Bei den üblichen Lösungen bestehender Besamungsställe ist dieses wegen kontinuierlicher Belegung nicht ohne Weiteres möglich. Unter Hygieneaspekten, denen gerade zum sensiblen Besamungszeitraum eine besonders große Rolle zukommt, wäre auch hier ein möglicher Ansatz für Leistungssteigerungen denkbar.

 

Die Punkte im Einzelnen:

Aufstallung

Hier sind die vorgeschriebenen Standmaße zu berücksichtigen (Breite bei Jungsauen 63-65cm bei Altsauen 65-70 cm). Beachten Sie, daß in Abhän- gigkeit der Rassen insbesondere bei sehr großrahmgen Tieren evtl. auch Sonderwege beschritten werden müssen.

Sofern die Sauen bereits nach dem Absetzen eine neue Rangordnung (Gruppenhal tung, Stimulierungsbucht, Arena...) ausgebildet haben, empfiehlt es sich, die Tiere von Beginn der Rausche bis etwa zum 28./29. Tag nach der Besamung in den Ständen zu fixieren, da die Tiere in diesem Zeitraum sehr sensibel auf Rangkämpfe, Streß und Aufspringen reagieren (Ruhe im Besamungszeitraum, und während der späteren Ein- nistungsphase der Eizellen in der Gebärmutterwand).
Auch nach diesem Zeitraum hat die vor der Belegung entwickelte Rangordnung bei den Sauen Bestand, so daß dann in der neu gebildeten Gruppe nur noch mit sporadisch auftretenden Rangeleien zu rechnen ist.

Abgrenzungen sollten einfach
von hinten bedienbar sein

Bei der Stimulierungsbucht bzw. einer Sauenarena zur Gruppenausbildung ist auf genügend Platzangebot (3 m2 je Tier) und sicheren, eben- liegendem Boden mit max. Schlitzbreite von 21mm zu achten. Überprüfen Sie die Bucht auch auf scharfkantige oder vorstehende Gegenstände, die schnell zu Verletzungsquellen werden können.

Oberteil der Heckklappe läßt
sich separat öffnen

Die Stalleinrichtungsfirmen haben in den letzten Jahren unterschiedliche Lösungen für Besamungsstände entwickelt, so haben Sie z.B. die Wahl zwischen Salonklappen und solchen, deren obere Hälfte separat geöffnet werden können oder auch welchen, die einseitig gelöst werden.
Achten Sie hier auf einfache Bedienbarkeit (sollte mit einer Hand zu öffnen sein und nicht in irgendeiner Weise "hakeln") und auf bequeme Einstiegs-möglichkeit für die besamende Person, falls die Sau weit vorne steht oder bei Jungsauen. Im hinteren, oberen Bereich des Besamungsstandes sollten keine Teile der Stalleinrichtung beim Einsatz von Besamungshilfen wie zum Beispiel von Besamungsbügeln die Freiheit einschränken.

Rohrkettenfütterung
mit Vorratsbehälter

Fütterung

Die Fütterung ist auch im Besamungsstall am einfachsten über Rohrkette mit Dosierbehälter zu realisieren, -befindet sich der Eberlaufgang an der Kopfseite der Sauen, ist auf entsprechende Sicherung im Aktionsbereich des Ebers zu achten.

Eberstimulierung

Vor Jahren wurde der "Intensivdeckstall" stark diskutiert. Meiner Ansicht nach hat sich dieses System inzwischen komplett erledigt. Hier sollte eine Dauerstimulierung (ständiger Sicht- und Geruchskontakt durch Aufstallung des Ebers im Frontbereich der Sauen zu einer besseren Rausche führen.
Aber es ist wie im wirklichen Leben; -manchmal ist weniger halt mehr. Treffend hat ein holländischer Berater diesen Umstand vor einigen Jahren auf einer unserer Vortragsveranstaltungen mit dem Prinzip der "Peepshow" beschrieben.
Der Duldungspeek einer Sau wird durch intensive Eberstimulierung angeregt und hält maximal nur 15 bis-20 Minuten an, um dann allmählich wieder abzufallen.
Dieser Zeitraum muß genutzt werden, um die Sauen optimal zu besamen, denn nur durch maximale Stimulierung können gute Ergebnisse erzielt werden.

Stimuliereber kopfseitig
der Sauen

Dieser Umstand ist beim Bau eines Besamungsstalls zu berücksichtigen. Es sollten also im Idealfall immer nur soviele Sauen gleichzeitig durch den Eber stimuliert werden,wie in dem oben genannten, engen Zeitfenster auch besamt werden können. Daher sollte der Eberlaufgang
(max 70 cm breit) sich möglichst im Kopfbereich der Sauen befinden und und jeweils durch Abtrennungen (Falltüren, Schwenktüren...)
sichergestellt werden, daß der Eber (die Eber) immer nur eine begrentzte Sauenanzahl anspricht. Die Türen / Abtrennungen sollten ohne großen Aufwand von der besamenden Person aus seiner Position hinter den Sauen betätigt werden können.


Einige Worte zum Eber:

Dabei kann es sich um einen selbstaufgezogenen Eber handeln, der ausschließlich zur Stimulierung eingesetzt wird. Nicht jeder Eber eignet sich jedoch zum Stimulieren; - ein junger, unerfahrener "Newcomer" genausowenig wie ein alter Eber, der sich nach 2 Minuten zur Ruhe legt.
Der Eber muß sich aktiv mit den Sauen beschäftigen.
Konkurrenz belebt auch dieses Geschäft, -in vielen Betrieben kommen daher auch 2 Eber gleichzeitig zum Einsatz, -getrennt durch eine undurch-sichtige Abgrenzung (wie oben beschrieben).
Beachten Sie hier jedoch stets die Sicherheit, -kommen solche "Rivalen" in direkten Kontakt, kann das sehr dramatisch ausgehen !

Licht

Lichtleiste mit 14-bis 16 h /d


Ein Lichtband kann dazu beitragen, im Spätsommer kürzer werdende Tage durch Lichtprogramme zu kompensieren und regt die hormonellen Vorgänge in der Sau positiv an.
Empfohlende Intensität 14- 16 Std. täglich mit 300 Lux (gemessen 50 cm über Kopf der Sauen).

 

Tip:
Beachten Sie bei großen Fensterflächen insbesondere in den Sommermonaten, daß hier in einzelnen Ständen es durch direkte, lange Sonnen- einstrahlung sehr heiß werden kann, denn die Sau im Kastenstand kann ja nicht ausweichen - ggf. Sonnenschutzmaßnahmen ergreifen.


Fritz Rupenkamp, Bohmte

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