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Besamungshilfen / Gruppenbelegungen...

 

Neben einem komfortabel ausgestatteten Besamungsstall ist es bei steigender Sauenanzahl innerhalb der Besamungsgruppen unerläßlich, effiziente Methoden und Hilfsmittel bei der Belegung der Sauen im Deckzentrum anzuwenden.
Sie haben einerseits das Problem, möglichst viele Sauen gleichzeitig besamen zu müssen (Eberstimulierung, Duldungspeek), andererseits nimmt die Besamung von Großgruppen in spezialisierten Sauenbeständen sehr viel Zeit in Anspruch.

Eines möchte ich gleich vorweg schicken;

- Sparen Sie nicht an der Zeit beim Besamen Ihrer Sauen ! Wenn Sie ihre Arbeit gut und gründlich machen, wirkt sich das nachhaltig positiv auf die biologischen Leistungen und somit auf Ihren "Stundenlohn" im gesamten, nachfolgenden Produktionszyklus aus.

Zu keinem anderen Zeitpunkt als bei der Besamung der Sauen haben Sie einen größeren Hebel
für Ihren wirtschaftlichen Erfolg, denn von diesem Punkt an können und werden Sie nur noch Ferkel verlieren, - daher ist es enorm wichtig, hier eine gute und solide Befruchtungsbasis zu schaffen.

Gegenüber dem Natursprung haben Sie bei der künstlichen Besamung einen entscheidenden Nachteil:

Ihre Sauen haben nicht mehr soviel Spass im Besamungsstall !


Daher sollten Sie alles tun, um dieses zu ändern. Welche Möglichkeiten ihnen dafür zur Verfügung stehen, werde ich nachfolgend erläutern:
Für gute Besamungsergebnisse benötigen Sie vor allem eines:


Die maximal mögliche Stimulierung Ihrer Sauen während der Besamung !

Diese erfolgt beim Natursprung durch:

  • Sichtkontakt zum Eber
  • Geruchskontakt zum Eber
  • Ebergeräusche
  • Flankendruck
  • Duldung durch Druck auf den Rücken (durch Aufspringen des Ebers)

- Die herkömmlichen Möglichkeiten der vollständigen Stimulierung mit dem Eber stehen Ihnen bei Gruppengrößen von 16, 20 oder aber auch deutlich mehr Sauen nur dann zur Verfügung, wenn Sie für den Rest des Tages weiter nichts mehr vorhaben .

Die Stimulierung erfolgt jetzt idealerweise über einen (oder zwei) agilen Such- u. Stimuliereber, der die Sauen innerhalb eines begrenzten Laufganges am Kopfende der Tiere anspricht (siehe auch -Anforderungen an das Deckzentrum-). Zur Unterstützung können Sie auch noch
Eberspray (Servistim, Boarmate, awe-Agrarshop Weser-Ems) einsetzen. Die eigentliche Duldung sollte durch die Benutzung von
Besamungsbügeln, Decktaschen oder Besamungsgurten ausgelöst werden.

Decktasche


Die Decktasche war vor einigen Jahren vielfach verbreitet, wird
inzwischen aber relativ wenig verwendet. Decktaschen sind aus Leder oder Kunststoff und werden in den seitlich angebrachten Hohlräumen
mit Sand gefüllt. Man setzt sie auf den Rücken der Sauen, um durch den Drück die Duldung auszulösen.

Nachteil: Decktaschen können nicht fixiert werden und rutschen schnell mal von der Sau (Verletzungsgefahr für Personen beim Aufheben der unter die Sau gerutschten Decktasche).

 

Besamungsgurt

Breiter Ledergurt mit Fixierungsmöglichkeit für Besamungstube und -pipette. Wird der Sau im Bereich der Flanken stramm umgelegt und simuliert so den duldungsauslösenden Flankendruck des Ebers.
Auch unter meinen Kunden gibt es einige Betriebe, die seit Jahren Besamungsgurte gerne einsetzen.

Nachteil: Das Anlegen der Gurte ist im Vergleich zum Aufsetzen von Besamungsbügeln recht anstrengend, -besonders bei großrahmigen Sauen oder bei stark durchgeschossenen Eutern. Der Besamungsgurt ist, um es mal mit den Worten eines Scannerkollegen zu umschreiben, "etwas für Leute, die sich im Stehen die Füße kratzen können", sprich über entsprechende Armlängen verfügen.

 

Besamungsbügel

 

 

Der Standard in den meisten Betrieben. Der Besamungsbügel wird einfach im Flankenbereich auf die Sau gesetzt und gespannt und löst somit die Duldung aus. Gleichzeitig kann bei den verschiedenen Modellen ("TopFlow", "Buddy" im awe Agrarshop) die Besamungstube fixiert werden, um mehrere Sauen gleichzeitig besamen zu können.

 

 

 

 

Gruppenbelegungsverfahren

Gruppenbelegung mit dem Besamungsbügel

Sie können alle diese Besamungshilfen zum gleichzeitigen Besamen mehrerer Sauen benutzen. Im von mir betreuten Gebiet werden Gruppenbelegungen vorwiegend unter Verwendung des Besamungsbügels - hier in erster Linie das DLG-prämierte Modell "TopFlow" durchgeführt.
Dabei werden in der Regel 6-8 Bügel benutzt, wenn für die Besamung eine Person zuständig ist. Sie ist dann mit den einzelnen Arbeitsschritten (Eber vor die Sauen treiben, Reinigung der Scham bei den Sauen, Aufsetzen der Bügel, Katheter einführen, Spermatuben am Bügel und dem Katheter befestigen) ausgelastet. Während so die ersten 6-8 Tiere besamt werden, können die nächsten Sauen vorbereitet werden.
Für die Gruppenbelegung und der Besamung mit dem Bügel empfehle ich den Einsatz des Spezialkatheters "Safe Blue" wegen der verbesserten Hygiene und dem guten Sitz der Spermatube auf diesem Katheter.


in diesem Betrieb wird mit dem Besamungsbügel "Top Flow" und dem Katheter "Safe Blue" gearbeitet

 

Gruppenbelegung mit der "Wäscheleine"

Ein anderes Verfahren ist das "Besamen an der Wäscheleine". Hier werden die Spermatuben mittels eines Stahlseils oder einer Leine mithilfe von Klammern passend über den Sauen fixiert und mehrere Tiere gleichzeitig besamt.
Zur Unterstützung der Duldung sollte auch hier ein Bügel verwendet werden, - hier würde das etwas kostengünstigere Modell "Buddy" völlig ausreichen.

 

Beispiel für das "Besamen an der Wäscheleine". Hier gibt es sicherlich verschiedene
Möglichkeiten der Umsetzung, was die verwendeten Materialien und Einzelteile angeht. Entscheidend ist letztlich aber der Erfolg, der sich in Form von rationellem Arbeiten im Deckstall bei mindestens gleichbleibend guten biologischen Leistungen darstellt.

Fritz Rupenkamp, Bohmte

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